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Klimaanlage selbst installieren: Droht eine Strafe?

von Marc Hettenberger
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Spätestens wenn der Sommer kommt und die Temperaturen steigen, wünschen sich viele eine Klimaanlage herbei. Denn drückende Hitze bekommt nicht jedem. Dabei sind manche schnell versucht, den nächsten Baumarkt aufzusuchen und den Wunsch nach einer Klimaanlage in die Tat umzusetzen. Wir zeigen dir, warum das unter Umständen keine gute Idee ist und was es dabei zu beachten gibt.

Klimaanlage selbst installieren: Die Geräteart macht den Unterschied

Ob die Installation einer Klimaanlage legal ist oder du mit einer Strafe rechnen musst, hängt maßgeblich von der Art des Gerätes ab. Bei mobilen, meist kleineren Klimaanlagen kannst du diese oft selbstständig in Betrieb nehmen. Wenn du aber auf hochleistungsfähige Klimaanlagen zurückgreifen willst, wirst du um sogenannte Split-Anlagen nicht herumkommen. Und genau hier sollte dein eigenes Engagement enden, egal über wie viel handwerkliches Geschick du verfügst. Denn seit 2008 ist der Einbau und die Inbetriebnahme solcher Anlagen nur Fachleuten vorbehalten und kann mit empfindlichen Geldstrafen belegt werden.

Was sind Split-Geräte?

Split-Geräte sind die gängigste Variante, wenn es um stationäre Geräte im Bereich der Klimaanlangen geht. Dabei besteht das System aus zwei Geräte. Eines davon wird innen, das andere draußen installiert. Das Innengerät ist dabei für die Kühlung der Luft im Innenbereich zuständig. Dafür wird das zugeführte Kühlmittel verdampft und kühlt dadurch die Wohnung. Das Außengerät befördert mithilfe eines Kondensators die warme Luft nach draußen. Sämtliche Geräte sind dabei mittels Kühlmittelleitungen miteinander verbunden. Es gibt sowohl Single-Split-Anlagen als auch Multi-Split-Anlagen. Bei Single-Split-Anlagen existiert nur ein Gerät im Gebäude, bei Multi-Split-Anlagen hingegen mehrere.

Welche Strafen drohen bei einer Installation?

Die Strafen bei einer illegalen Installation sind zum Teil erheblich. Möglich macht das die Verordnung zum Schutz des Klimas vor Veränderungen durch den Eintrag bestimmter fluorierter Treibhausgase. Diese wird auch Chemikalien-Klimaschutzverordnung, kurz ChemKlimaschutzV, genannt. Dabei sieht die Verordnung ein Bußgeld von 50.000 € vor, wer ohne entsprechende Fach- und Sachkunde, ein entsprechendes ortsfestes Klimagerät installiert. Dabei ist das allerdings längst nicht alles.

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Beim Einbau der Klimageräte müssen zwangsläufig Veränderungen an der Bausubstanz unternommen werden. Das geschieht beispielsweise durch verschiedene Bohrungen und das Verlegen der Kühlmittelleitungen. Unter Umständen droht bei nicht vorhandener Fach- und Sachkunde ebenfalls Ärger mit der Baubehörde. Mitunter kann bei Häusern sogar die erneute Abnahme durch einen Statiker angeordnete werden. Die entstehenden Kosten gehen dann zu deinen Lasten.

Bei Klimaanlagen ist die sorgfältige Planung entscheidend

Wenn du dich trotzdem für ein Split-Gerät entschließt, solltest du nicht nur für die Installation auf Fachpersonal zurückgreifen. Auch für die Planungszeit empfiehlt es sich, die Auskünfte eines Experten einzuholen. Schließlich soll die Klimaanlage möglichst effizient und kostengünstig ihre Arbeit verrichten. Zu Beginn solltest du festlegen, welche Räume überhaupt klimatisiert werden sollen. Nicht immer ist es notwendig, alle Räume einer Wohnung oder eines Hauses mit einer Klimaanlage auszustatten. Hierbei spielen Faktoren wie die Größe eines Raumes, die Art deiner Wärmedämmung und die vorhandenen Fensterflächen eine entscheidende Rolle.

Außerdem ist es wichtig, die genaue Ausrichtung der Räume und die Sonneneinstrahlung zu kennen. Dabei kann man schnell den Überblick verlieren. Daher solltest du dich möglichst fachkundig beraten lassen.

Die Alternative: mobile Klimageräte

Wenn dir der Einbau einer Split-Anlage zu aufwendig oder mit zu hohen Kosten verbunden ist, kannst du auch auf mobile Geräte zurückgreifen. Gerade wenn nur ein Raum gekühlt werden soll, leisten diese handlichen Geräte gute Dienste. Dabei entfeuchten und kühlen die meisten Geräte gleichzeitig und sorgen auch bei drückend heißer Sommerhitze für ein angenehmes Klima in den Innenräumen. Zudem kannst du die meisten Geräte selbst in Betrieb nehmen. Solltest du dabei unsicher sein, solltest du dich vor Ort beraten lassen. Zudem empfiehlt es sich, mehrere Geräte zu vergleichen. Der Stromverbrauch schwankt zwischen den einzelnen Herstellern.

mobile klimaanlage

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Die Entscheidung des Vermieters ist entscheidend

Solltest du zur Miete wohnen, musst du vorher die Genehmigung des Vermieters einholen, und das im Idealfall schriftlich. Dabei ist es unerheblich, ob du ein Haus oder eine Wohnung gemietet hast. Zwar ist es möglich, auch ohne vorherige Genehmigung des Vermieters eine Klimaanlage installieren zu lassen, aber im Zweifelsfall kann der Vermieter dich dazu verdonnern, den Einbau wieder rückgängig zu machen. Das solltest du hinsichtlich der nicht geringen Kosten dringend vermeiden. Wenn du in einer Mietwohnung wohnst und auf eine mobile Anlage setzt, solltest du dir außerdem das „Okay“ deiner Nachbarn holen. Auch mobile Geräte verursachen ein gewisses Betriebsgeräusch und können das (bis dahin) gute nachbarschaftliche Verhältnis schnell strapazieren.

Droht eine Strafe bei der Selbstmontage einer Klimaanlage? Unser Fazit

Eine Klimaanlage ist für viele ein absoluter Traum. Dabei solltest du den Einbau von Split-Anlagen allerdings lieber den Profis überlassen. Wenn du zur Miete wohnst, musst du zudem die Genehmigung des Vermieters einholen. Zusätzlich solltest du im Rahmen der gegenseitigen Rücksicht deine Nachbarn informieren.


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