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Gardinenstange montieren: So wird es richtig gemacht

von Marc Hettenberger
gardinenstange montieren

Früher war es üblich, das Fenster mit Gardinen zu verschönern, sie waren unbedingt Teil der Ausstattung. Heute ist es eine Frage der persönlichen Geschmacks, der individuellen Vorliebe, ob die transparenten Vorhänge sein sollen oder nicht. Und es hat sich mit der Zeit ein neuer Aspekt immer mehr in den Vordergrund gedrängt: Ansprechende Effekte sorgen heute für individuelle Besonderheiten, die Formen und Muster werden ansprechend und bisweilen sogar avantgardistisch und künstlerisch gestaltet.

Die Umsätze der Gardinenindustrie sind sogar wieder leicht angestiegen, denn mehr und mehr wird den Konsumenten die Privatsphäre wieder wichtig. Und was sich in all der Zeit bestimmt nicht geändert hat, ist das Bedürfnis nach Abdunkelung am Abend und in der Nacht. Sind am Fenster keine Jalousien angebracht, ist die gute alte Gardinenstange mit Vorhängen die einzige Alternative.

Gardinenstange montieren: Alles eine Systemfrage

Eine Renovierung mit Einbau eines Jalousien-Kastens ist zudem aufwendig und kostspielig, die bewährten Vorhänge sind allemal einfacher anzubringen. Aber die Montage sollte nicht auf gut Glück ausgeführt werden, etwas Geschick und Konzentration muss schon vorhanden und investiert sein. Zudem gibt es unterschiedliche Systeme, und der persönliche Geschmack und die räumlichen Bedingungen spielen bei der Auswahl des Modells eine große Rolle.

Die klassische Gardinenstange

Die Gardinenstange ist nicht nur zweckgebunden, wenn es um das Abdunkeln der privaten Räumlichkeiten geht. Wie bei der Dekoration der Fenster mit Gardinen und Vorhängen ist auch die Gardinenhalterung immer mehr ein Element der persönlichen Gestaltung geworden. Die Dekorationselemente werden in verschiedenen Farben angeboten und aus diversen Materialien hergestellt. Besonders bei der Gestaltung der Endstücke sind den Designern keine Grenzen gesetzt, und es gibt auffällig gestaltete Elemente mit dekorativem Charakter, aber auch traditionelle Formen. Die Gardinenstange eignet sich besonders für das Anbringen von Stores, Schlaufen- oder Ösenschals.

Die notwendige Länge der Gardinenhalterung ergibt sich aus der Breite des Fensters und einer Verlängerung auf jeder Seite. Hier wird der Gardinen- oder Vorhangstoff tagsüber „geparkt“, denn das Fenster soll ja nicht rund um die Uhr verdeckt werden. Die Länge dieses Zusatzstücks nimmt der Handwerker mit etwa 15, vielleicht 20 cm an. Abhängig vom Material des Vorhangs kann die gesamte Gardinenaufhängung aber auch noch länger ausfallen. Besonders praktisch sind Gardinenstangen zum Ausziehen. Damit entsteht eine höhere Flexibilität. Wird nach einiger Zeit ein anderer Stoff für den Vorhang ausgewählt, kann die Länge der Halterung variiert werden.

Auch bei einem Umzug zeigt dich der Vorteil dieses Systems. Die flexible Gardinenstange kann auch an andere Fensterbreiten ohne Probleme schnell und zufriedenstellend angepasst werden.

Allerdings gibt es auch hier Grenzen. Denn je länger auf beiden Seiten oder gar einseitig die Endstücke ausgezogen werden, umso mehr kann sich der Schwerpunkt verschieben. Besonders bei aufgelegten Gardinenstangen kann die Installation dann instabil werden. Insgesamt sollte die Länge der ausgezogenen Anteile nicht mehr als 50 Prozent der Gesamtkonstruktion betragen. So wird verhindert, dass die Gardinenstange am Ende in der Mitte durchhängt, auch dies ein unschöner Eindruck, den man vermeiden sollte.

Wohin mit dem Dekor?

Vor dem Anbringen ist zunächst zu überlegen, wo denn die Gardinenstange angebracht werden soll. Eine Montage nach der Methode „Pi mal Daumen“ ist auch bei Gardinen grundsätzlich nicht zu empfehlen, denn das Fenster nimmt in der Wahrnehmung eines Zimmers einen zentralen Stellenwert ein. Und wer hier schlampt, wird von jedem Gast mit mehr oder weniger sinnvollen Kommentaren bedacht, denn eine schiefe Gardine ist einfach zu offensichtlich, als dass man sie ohne Anmerkung hinnehmen wollte.

gardine stange befestigen

ALPA PROD/shutterstock.com

Gardinenstange montieren: Methoden und Variationen

Unterschiedliche Möglichkeiten der Montage stehen zur Auswahl. Besonders oft nimmt man die obere Fensterwand als Orientierungshilfe. Bei dieser Methode werden Aufleger oder Durchsteckhalter verwendet. Das Anbringen an der Zimmerdecke ist eine weitere Variante. Sind die Gardinenbahnen sehr lang und können nicht gekürzt werden, bietet sich diese Möglichkeit geradezu an. Mit speziellen Halterungen, die an der Zimmerdecke befestigt werden, wird die Gardinenstange fixiert. Für besonders schmale Räume eignet sich die dritte Methode. Wenn ein Fenster zwischen zwei nah beieinander liegenden Wänden abgedeckt werden sollt, werden Lagerhalterungen an den Wänden befestigt. In diese Lager kann die Gardinenstange beidseitig eingelegt werden.

Montieren und Optimieren

Beim Anbringen sollten unbedingt die richtigen Abstände bekannt sein. Im Idealfall bringt der Monteur die Gardinenstange etwa zehn Zentimeter über dem Fenster an, dann fallen die Gardinen optimal. Zur Fensterwand sollte auf jeden Fall ein Abstand von zumindest fünf Zentimetern vorhanden sein, maximal sind 15 Zentimeter möglich. Die Montage an der Fensterwand ist die häufigste Methode für das Anbringen der Gardinenhalterung, und die einzelnen Arbeitsschritte sollten mit der nötigen Sorgfalt ausgeführt werden, um ein optimales Ergebnis zu erhalten.

Das Zuschneiden der Halterung

Bei der Auswahl findet man nicht immer eine Gardinenstange in der passenden Länge. Also muss zugeschnitten werden, und sorgsamerweise wird die Aufnahme für die Vorhänge gleich mitbedacht, wenn diese mit eingeplant werden müssen. Bis zu 20 Zentimeter kann die Gardinenstange damit über die Fensterbreite hinausragen, und es empfiehlt sich, die Messungen genau durchzuführen. Denn eine beim Ablängen zu kurz geratene Gardinenhalterung muss ersetzt werden. Nun geht es an die Berechnung der Mittelpunkte. Die Mitte des Fensters ist auszurechnen und zusätzlich der Mittelpunkt der Gardinenstange. Mit einem Bleistift zeichnet der Heimwerker die Punkte an, oder er verwendet einen Klebestreifen, wenn das Material das Graphit des Bleistifts nicht annimmt.

Die Wandmarkierung

Nun die Mitte der Gardinenstange auf die Anzeichnung am Fenster legen. Dieser Teil der Befestigung kann am besten zu zweit ausgeführt werden. Denn die beiden Enden der Gardinenhalterung werden jeweils auf der Wand angezeichnet. So hat man eine Orientierung auf der Wand für die notwendigen Bohrlöcher. Auch diese Markierung muss genau eingezeichnet werden, damit auf beiden Seiten gleiche Abstände entstehen.

Die Halterungen anbringen

Auf einer der beiden Seiten den Markierungen entsprechend ein Loch mit der Bohrmaschine in die Wand bohren und die passenden Dübel einsetzen. Das Dübeln ist die am längsten bewährte und zuverlässigste Variante für die Befestigung von Installationen an der Wand. Voraussetzung ist ein tragfähiger Untergrund, möglicherweise muss nachgespachtelt werden. Mit einem 8-mm-Universaldübel wird das Anbringen der Wandhalterungen fachgerecht ausgeführt. Anschließend die erste Wandalterung anschrauben. Je nach Typ wird anschließend die Gardinenstange einseitig aufgelegt oder eingehängt. Vor dem Anbringen der zweiten Halterung empfiehlt sich eine Kontrollmessung mit der Wasserwaage.

Geschieht das nicht, wird die Gardinenstange anschließend mit ziemlicher Sicherheit schräg über dem Fenster platziert sein. Damit entsteht aber ein äußerst negativer Raumeindruck, auf jeden Fall sollte die Gardinenstange „in der Waage“ sein. Immerhin ist dieses Utensil der Raumgestaltung an prominenter Stelle für jeden Besucher sofort deutlich wahrnehmbar. Und hier will jeder Gastgeber auf gar keinen Fall einen schlechten Eindruck machen. Die Markierung für die zweite Halterung wird deshalb eventuell korrigiert.

Die Gardinenstange befestigen und montieren

Schließlich das zweite Loch bohren und und mit einem Dübel die Wandhalterung befestigen. Bevor nun alles komplett installiert ist, unbedingt noch die Gardinenringe anbringen oder aufziehen. Erst anschließend wird die Gardinenstange mit der Wandhalterung verbunden, eingehängt, aufgelegt oder ähnliches. Sind Abdeckungen oder Abschlussstücke für die Wandhalterungen vorgesehen, diese nun als letzten Schritt der Montage aufstecken oder auf andere Weise anbringen. Je nach Modell sind Madenschrauben vorhanden, mit denen die Endstücke festgezogen werden.

Bildquelle Titelbild:

  • ALPA PROD/shutterstock.com

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