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Deckenpaneele anbringen: Anleitung zum Selbermachen

von Marc Hettenberger
Deckenpaneele anbringen

Deckenpaneelen sind eine langfristige Investition. Sie verschönern einen Raum oft für Jahre oder sogar Jahrzehnte. Holz ist gemeinhin eine beliebte Wandverkleidung, je nach Material wirkt es sogar edel und signalisiert in jedem Fall einen gehobenen Anspruch an das private Wohnumfeld.

Aber wie kommt die Paneele an den oberen Raumabschluss, sprich die Zimmerdecke? Der Handwerkermangel hat sich mittlerweile allgemein herumgesprochen, und wer will schon bis zum nächsten Festwochenende auf die ersehnte Wandverkleidung warten? Vom Finanziellen gar nicht zu reden, denn mit der neuen Deckenverkleidung wäre allemal ein hoher Kostenanteil verbunden, wenn der örtliche Raumausstatter aktiv wird. Also doch mal wieder alles selber machen, das spart das Einkommen, hält körperlich und sogar geistig fit. Allerdings ist die Paneele kein einfacher Auftrag, und es ist einiges zu bedenken und zu organisieren, damit am Ende das Holz korrekt fixiert ist und auch da bleibt, wo es hin soll.

Deckenpaneele anbringen: Eine Lattenkonstruktion als verlässliche Basis

Die Unterkonstruktion hat bei der Deckenpaneele eine besondere Funktion. Mit ihr steht und fällt die Beplankung mit den Wandhölzern, sie garantiert das Aussehen und die Dauerhaftigkeit der Bemühungen. Die Unterkonstruktion hält die Paneele an der Decke, deshalb sollte sie fest und zuverlässig fixiert werden. Die Konstruktion wird als Lattung angebracht, die senkrecht zum Verlauf der entstehenden Fugen stehen soll. Für den besseren und sicheren Halt empfiehlt der Profi-Handwerker den Gebrauch von Dübeln. Und weil wir gerade planen und die Konstruktion bedenken, wie wäre es mit einer Schalldämmung? Oder mit einer Wärmeisolierung, um die Energiekosten zu senken?

Dann muss zusätzlich eine Konterlattung angebracht werden, also noch einmal eine Schicht Querlatten aufbringen. Die Latten an der Wand zeigen dann in die Richtung der Fugen, die darauf sitzende Konterlattung liegt quer zu denselben. Ein günstiger Abstand zwischen den Lattenreihen liegt zwischen 35 bis 50 cm, abhängig vom Maß der Paneele.

lattenkonstruktion für deckenpaneele

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Die Feinabstimmung bei der Ausrichtung

Die Decke sollte eben und gerade sein, aber im Verlaufe der Arbeiten stellt sich oft heraus: sie ist unausgewogen und uneben. Für diesen Fall verfügt der versierte Heimwerker über diverse kleine Holzplättchen. Sie werden zwischen Wand und Decke angebracht und gleichen minimale Unterschiede und grobe Unebenheiten aus. Ohne diese Hilfsstücke wird die Paneele nicht gerade, wenn die Decke schief ist. Nivellierung nennt der Fachmann diesen anspruchsvollen Vorgang, und rät dem Hobbyisten zu sorgfältiger Ausführung. Zusätzliche Komplikationen entstehen, wenn eine abgehängte Decke bereits installiert wurde. Wenn nun noch Paneele dazu kommen soll, sind Abstandshalter die Lösung. Sie erhält man in jedem Baumarkt, und sie werden aus Metall hergestellt.

Mit ihnen gelingt es auch bei einer abgehängten Decke, den korrekten und gleichmäßigen Abstand zwischen Paneele und Decke einzurichten. Für Belüftungs-Fans sind die Abstandshalter ebenfalls zu empfehlen. Soll der Abstand zwischen den Ebenen etwas größer ausfallen, um die Frischluftversorgung für die Einwohner zu verbessern, gelingt dies mit den Abstandshaltern meist ohne Probleme.

Licht und Luft bei der Deckenpaneele

Lange ist es her, dass das Gebäude errichtet wurde, das nun mit einer Paneele aufgewertet werden soll. Der Verlauf der elektrischen Leitungen, Anschlüsse, jeder Lichtschalter wurde damals sorgfältig geplant und schließlich am vorgesehen Platz eingerichtet. Wenn Sie zu jener Zeit nicht dabei waren, ist Ihnen einiges entgangen, und viele Informationen über die Installationen sind nun nicht verfügbar. Und wenn nun neu eingerichtet und umgeplant werden soll, sind die Steckdosen und Lichtschalter immer an der falschen Stelle oder stören die aktuelle Disposition. Das wird beim Montieren der Paneele nicht anders sein. Zwar sind an Zimmerdecken elektrische Anschlüsse eher ungewöhnlich, wenn sie aber doch eingerichtet werden sollen, müssen Vorsichtsmaßnahmen her.

Wie auch bei Wandanschlüssen dürfen bei der Montage des Unterbaus die Leisten über und unter den Steckdosen nicht fehlen. Denn sonst reist bei einer unbedachten Bewegung der Anschluss aus der Wand. Und dann ist eine aufwendige Reparatur fällig, weil die Paneele abgenommen und neu aufgebracht werden muss.

Nicht vergessen: Die Deckenstrahler mit einplanen

Die Strahler an der Decke werden weitaus häufiger zum Problem. Denn sie müssen sauber integriert werden, und dies geschieht am besten sofort beim Verlegen der Holzauflage. Besondere Beachtung widmet der achtsame Heimwerker den Kabeln und ihrem Verlauf. Die Stromführung darf unter keinen Umständen mit den Lampen in Berührung kommen, sonst können massive Schwierigkeiten die Folge sein. Denn ein heißer Strahler kann das Kabelmaterial zum Schmelzen bringen, ein Schwelbrand entsteht, oder ein Kurzschluss versetzt das komplette Gebäude in völlige Dunkelheit. Anschließend sind Sonderschichten angesagt, denn die sorgsam angebrachte Paneele muss nun komplett entfernt und anschließend wieder montiert werden.

Deckenpaneele anbringen: Auch das Holz arbeitet

Wenn der Rahmen fixiert ist, kann die Paneele angebracht werden. Aber diese Arbeit sollte der Heimwerker nicht unmittelbar nach dem Kauf der Deckenhölzer ausführen. Die Bretter werden am besten drei Tage in Ruhe gelassen, denn das Holz braucht Zeit, um sich zu akklimatisieren. Nach einigen Tagen hat es die Zimmertemperatur angenommen und auch etwas gearbeitet, dann kann es besser verarbeitet werden. Im anderen Fall, bei unmittelbarer Verlegung, besteht die Gefahr, dass die Decke schief wird oder Verwerfungen die Folge sind. Wie bei den meisten Arbeiten, so sollte auch beim Anbringen der Paneele vorher genau gemessen werden. Die Fläche für das Verlegen sollte bis auf den Millimeter genau festgelegt sein, jede Ungenauigkeit kann Nerven und zusätzliches Material kosten.

Die genaue Fläche vorher zuschneiden, das letzte Brett ist meistens zu breit. Teil der Planung ist es, zu erkennen, wo an der Decke sich dieses Schlussbrett befinden soll. Beim Betreten des Zimmers könnte die Schnittkante erkennbar sein, das andere Ende des Raumes ist deshalb nicht zu empfehlen. Gut „versteckt“ ist dieses letzte Brett direkt über dem Eingang oder zwischen der Eingangs- und der einer Seitenwand.

handwerker decke anbringen

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Mit Nut und Feder

Vor dem Anbringen sollte zunächst probehalber der Raum betreten werden mit der Vorgabe: Wo schaut der kritische Gast zuerst hin, wenn die Paneele neu angebracht ist? So erhält man eine gute Einschätzung und ist für das Anbringen des Schlussbretts besser orientiert. Die einzelnen Paneelbretter sind mit Feder und Nut ausgestattet, deshalb werden sie beinah fugenlos aneinander gereiht. An der Kante allerdings, mit der die Paneele an der Wand oder am Boden anschließt, wird die Feder abgeschnitten. Für ein probeweises Verlegen sind spezielle Klammern sinnvoll. Die Bretter mit der Lattung zu vernageln führt zu hässlichen Schäden. Sollte die provisorische Anordnung fehlerhaft sein oder nicht gefallen, kann die geklammerte Paneele schnell entfernt werden, ohne das Spuren der Montage entstanden sind.

Dehnungsfugen beachten

Nun an das bereits an der Decke montierte Brett anfügen, dabei Feder auf Feder setzen. Das lose Brett leicht anklopfen, die feste Verbindung mit dem Lattengerüst wird durch die Nutklammer hergestellt. Besonders zu beachten ist, dass die Fugen nicht komplett verschwinden dürfen. Auch das Holz der Deckenpaneele arbeitet, dehnt sich bei hohen Temperaturen aus und zieht sich zusammen, wenn es kälter wird. Deshalb müssen die Dehnungsfugen unbedingt erhalten bleiben, um dem Holz etwas Spiel zu lassen. Am Ende der Installation sind an der Decke ringsum meist ungerade Linien durch mangelnde Passung oder ungerade Schnitte zu erkennen. Diese unschönen Begleiterscheinungen, die bei jeder Holzarbeit entstehen, deckt man durch Blendleisten ab. Die Profilleisten werden entweder nur mit der Paneele oder der Zimmerwand verbunden.

Denn auch hier geht es um die Flexibilität der Konstruktion, es entstehen anderenfalls Verwerfungen in einzelnen Bereichen der Paneelfläche.

Praktische Tipps für das Anbringen einer Deckenpaneele

Für zwei linke Hände war die Handwerkerei schon immer ein Problem. Aber auch andere sollten im Fall der Fälle wissen, wie sie vorgehen sollten oder besser noch: wie Schäden verhindert werden können. Landet der Hammer mal wieder nicht auf dem Nagel, wie vorgesehen, sondern auf der Paneele, wird Ausschuss erzeugt, die Kosten steigen. Findige Installateure haben deshalb den Nagelhalter erfunden. So trifft der gescheite Anwender den Nagel und nicht das Material.

Zum Kürzen die Stichsäge verwenden

Die Länge der Paneelbretter ist das eine, das Aufmaß der Decke das andere. Beides geht nur in ganz seltenen Fällen zusammen, also ist immer ein Zuschnitt der Gehölze notwendig. Hier empfiehlt der erfahrene Holzarbeiter die Stichsäge, vorzugsweise mit einem Sägeblatt mit enger Zahnung, um einen sauberen Schnitt zu erhalten. Außerdem wird meist eine stabile Unterlage verwendet, um einen sicheren Halt zu gewährleisten. Für Längsschnitte eignet sich die Tischkreissäge, denn auch die Breite muss angepasst werden, besonders für das Schlussbrett. Eine Paneele an der Decke zu verlegen ist eine anspruchsvolle Aufgabe, ein umfangreiches Projekt, das dem Heimwerker einiges abverlangt.

Sowohl die Planung als auch die einzelnen Arbeitsschritte fordern das volle Engagement und hohe Aufmerksamkeit. Am Ende aber ist eine dauerhafte Aufwertung des Raumes hergestellt, die über lange Zeit den Wohnbereich verbessert. Mit dem entsprechenden Anstrich versehen, ist man außerdem flexibel und kann von Zeit zu Zeit das Ambiente den aktuellen Vorstellungen anpassen.

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